Zum perfiden Falschbegriff der „Holocaustleugnung“
von Gerd Ittner
Unter meinem Video  Auf nach Nürnberg! fand sich der Kommentar eines „Dieter Schmidt“:
„Würden doch alle Holocaustleugner auf der ganzen Welt endlich krepieren !!!
Dieser erhielt von mir folgende Antwort:
@Dieter Schmidt – Bedaure, der Herr: Den Gefallen tun wir denen nicht, die keine Argumente haben und ihre Behauptungen durch eine Inquisition den Bedingungen der Meinungsfreiheit entziehen lassen, welche sie ebenso hysterisch wie panisch fürchten.
Mit einer „Liste der Holocaustleugner“ wartest du sogar auf. Uiuiuiuiuiui – schwer beindruckend.
Überhaupt „Holocaustleugner“ – was für ein blödsinniger Begriff. Du weißt offensichtlich nicht, was Leugnung ist und was nicht. Darin ist die deutsche Sprache sehr präzise, und das aus gutem Grund. Ich erkläre es dir mal an einem Beispiel: Wenn ich gesehen habe, daß ein Freund von mir ein Fahrrad stahl, und ich streite das bei Befragung ab – dann leugne ich. Wenn mir aber andere erzählen – ganz egal wie viele das sind und wie fantastisch und detailreich sie ihre Erzählungen ausschmücken – dieser Freund von mir habe ein Fahrrad gestohlen, und ich glaube diesen das nicht — dann leugne ich nicht, sondern dann zweifle ich an der Glaubwürdigkeit dessen, was andere erzählen. (Und dieser Unterschied ist entscheidend; deshalb haben wir ja in der deutschen Sprache diese exakten Begriffe, um uns präzise ausdrücken zu können, statt blöd zu blöken: „Mäh, mäh, `Leugnung´, `Leugnung´, mäh, mäh, mäh!“, wo es sich eben gerade nicht um Leugnung handelt, sondern geradezu um das Gegenteil davon.)
Das Verbrechen der Verurteilung von ihre Ansichten geäußert habenden Menschen als „Leugner“ setzt also voraus, daß diejenigen, welche zum Begehen dieses Verbrechens entschlossen sind, den Begriff des Leugnens in sein Gegenteil verkehren. Denn etwas zu leugnen, setzt wiederum voraus, daß man etwas mit Bestimmtheit weiß, von etwas zutiefst überzeugt ist, aber etwas anderes sagt. Und glaubst du etwa im Ernst, ich oder jemand anderes, an dem das Verbrechen der Meinungsverfolgung begangen wird oder begangen wurde, und die für ihre Überzeugung sogar ins Gefängis gehen, ohne von ihrer Überzeugung abzubringen zu sein, würden insgeheim von etwas anderem überzeugt sein, als von dem, was sie sagen?
Also was mich anbelangt, und alle Kämpfer für die Wahrhaftigkeit des freien Wortes, die ich kenne, so kannst du das „vergessen“. Wir sind schon wirklich zutiefst überzeugt von dem, was wir sagen. Und vor allem auch haben wir nicht die geringste Angst davor, das, von dem wir überzeugt sind, und das, was wir sagen, den Bedingungen der Meinungsfreiheit zu unterstellen und der offenen Diskussion – nein, ganz im Gegenteil, das streben wir an!
Siehst du, so ist das! Und du kannst NICHTS dagegen tun! Gar nichts. NICHTS! NICHTS! NICHTS!
Vielleicht kennst du ja das Lied, das beschreibt, was MENSCHEN von LUMPEN unterscheidet, und in dem es heißt: „Und sperrt man mich ein in finstere Kerker, so sind das doch alles vergängliche Werke, denn meine Gedanken zerreissen die Schranken und Mauern entzwei – DIE GEDANKEN SIND FREI!“
Na, und nun, wie ist dieses Gefühl der Machtlosigkeit? Beschissen, oder? – Ganz beschissen! Da gibt es also Leute wie mich, die vertreten Ansichten, die Leuten wie dir absolut nicht passen. Aber wir vertreten sie nun mal. Und es werden immer mehr, die solche Ansichten vertreten, wie wir sie vertreten. Ja, tatsächlich, das werden immer mehr. (Was übrigens auch und enorm mit der zunehmenden Zahl von „Migranten“ zusammenhängt. Die haben da so ihre eigenen Ansichten über das, was in der BRD den Bedingungen der Meinungsfreiheit entzogen ist.) Und es werden vor allem gerade auch deshalb immer mehr diese Ansichten vertretende Menschen – und da spreche ich aus immer wieder gemachter Erfahrung -, weil sie sich sagen: „Was ist denn da los, wenn es im 21. Jahrhundert immer noch Dinge gibt, die den Bedingungen der Meinungsfreiheit entzogen sind, die man nicht offen diskutieren darf – ja, wo man Menschen wie Schwerverbrecher verfolgt und ins Gefängnis sperrt, nur weil diese dissidente Ansichten äußern, kritische Fragen stellen und Zweifel vorbringen? Könnte es vielleicht sein, daß da etwas nicht stimmt?“
Ja, das fragen sich solche Menschen, die beginnen, nachdenklich zu werden in Anbetracht des Verbrechens – im 21. Jahrhundert(!) -, daß man Menschen verfolgt und ins Gefängnis sperrt, nur weil diese das offen sagen, von dem sie nun einmal mit tiefster innerer Wahrhaftigkeit überzeugt sind und die, wenn sie ihrer inneren Wahrhaftigkeit und sich selbst treu bleiben wollen, auch gar nicht anders können, als das zu sagen, von dem sie nun einmal durch und durch überzeugt sind. (Stell dir einmal vor, man würde dich mit Gewalt dazu zwingen, etwas anderes zu sagen als das, von dem du zutiefst überzeugt bist.) Diese Frage stellen sich nachdenklich gewordene Menschen umso mehr, wenn sie sich der abscheulichen Verlogenheit bewußt werden, der schäbigen Heuchelei und der Pfui-Teufel-Niedertracht, wenn dasselbe Regime, das andere Länder dazu ermahnt, das Recht auf Meinungsfreiheit zu respektieren, gleichzeitig eine Meinungsverfolgung betreibt, die unterdessen schlimmer und perverser und vor allem hysterischer ist als damals in der DDR!
Und wenn sich Menschen erst einmal diese Schlüsselfrage gestellt haben – die Frage, was denn da los ist, wenn Herrschende die Bedingungen der Meinungsfreiheit partout nicht aushalten wollen -, dann „geht alles sehr schnell“ – – und schwupps, sobald erst mal das selbständige Denken einsetzt, sind sie nicht mehr auf der Seite von Deinesgleichen, sondern auf der Seite von Unseresgleichen.
Schau doch nur mal in die Geschichte: Wenn hat diese schließlich gerechtfertigt: Sokrates, Giordano Bruno, Galileo Galilei, Alexander Solschenyzin und andere, die wegen des Äußerns ihrer Ansichten verfolgt wurden, oder diejenigen Verbrecher, welche sie verfolgten und verfolgen ließen? – Aber das wißt ihr ja ganz genau, deshalb euer Bammel, deshalb, eure Hysterie… Und ihr wißt auch, daß ihr letztendlich MACHTLOS dagegen seid! Daß ihr NICHTS dagegen tun könnt! NICHTS! NICHTS! NICHTS! Die Zeit arbeitet für uns – und für das, was sich auf Dauer durch keine Diktatur der Meinungsverbote und durch keinen Terror der Meinungsverfolgung unterdrücken läßt!
Also los, „Dieter Schmidt“, beiß dir mal schön in den Hintern!
Und wieso kommst du hier überhaupt mit sowas daher? Hier geht es doch um eine Veranstaltung „Für Deutsche Kultur in Deutschland“ – mit Musik, Gesang und Tanz. Kannst ja gerne zum Mittanzen kommen. Aber Vorsicht – es besteht womöglich die Gefahr, daß es bei dir dann vielleicht auch zum ersten Einsetzen von so was wie selbständigem Denken kommen könnte. Dann bräuchtest du zumindest nicht für den Rest deines Lebens auf der jämmerlichen Dämlichkeitsstufe solcher „Argumente“ dahinzuvegetieren: „Würden doch alle Holocaustleugner auf der ganzen Welt endlich krepieren !!!“ – Schon etwas dünn als Diskussionsbeitrag – und vor allem völlig irrational. Denn, wie gesagt: Wir werden immer mehr! Immer mehr Menschen lassen sich das selbständige Denken nicht verbieten und das Aussprechen der Ergebnisse dessen – ob es solchen Gestalten wie dir nun paßt oder nicht. – So ist das Leben – finde dich damit ab!
Gerd Ittner
Nürnberg,
27.02.2020