Brief von Monika

 

Liebe Freunde,

Am Freitag traf ein Brief von Monika Schäfer bei mir ein, geschrieben aus dem Gefängnis München Schwarzenbergstr. 14.

Dagmar Brenne!

 

Liebe Dagmar,

Vielen Dank für Ihren Brief! Ich kann kaum angemessen ausdrücken, wie viel es mir bedeutet (und auch von allen anderen, die mir geschrieben haben). Plötzlich erhielt ich einen kleinen Stapel Briefe, am Freitag den 19. und sie sagten mir, dass noch viele kommen würden. Ich war ziemlich überwältigt von Gefühlen. Sie halten jedoch ein Drittel der Briefe zurück – sie sagen mir, wie viele davon zurückgehalten werden, aber geben Sie weder den Grund noch die Identität der Schriftsteller, was eine schreckliche Schande ist. Vielleicht sind sie Korrekturleser für fehlerhafte Grammatik, hahaha, und diese müssen überarbeitet werden.

Dagmar, du bist ein Held in meinen Augen. Du bist nach Deutschland zurückgekehrt, um den Kampf für Deutschland zu führen, während so viele in die entgegengesetzte Richtung gehen, um den Turbulenzen zu entkommen. Danke für das, was du tust. Ich habe dich auf U-Tube Video gesehen und ich erinnere mich an dich. Ich glaube, es war letzten Februar in Dresden – stimmt das?

Die kleine Karte, die du dem Psalm 91 beigefügt hast – ich durfte sie nicht behalten, aber ich schrieb sie schnell auf den Umschlag, bevor sie ihn aufnahm:

„Er hat seinen Engeln befohlen, daß sie dich behüten auf allen Deinen Wegen“

– das ist doch Psalm 91 oder? Ich fühle mich auch von allen meinen Schutzengeln. Sie sind immer mit mir, so wie bei Alfred auch.

Post wird doppelt durchsucht. Erst beim Gericht, wo viel enthalten wird, so wie ich schon erwähnt habe, und dann noch hier vor meinen Augen, wo solche Sachen wie das kleine Kärtchen von dir weggenommen werden. Ist doch lächerlich, was? Blanke Postkarten dürfen auch nicht sein. Sogar ein hübsch bemaltes Lesezeichen wurde mir entnommen! Es war handgemalt. Ein Lesezeichen! Soll das gefährlich sein?

Nur Briefmarken können eingelegt werden und das nützt mir tatsächlich sehr viel, denn jetzt schreibe ich ganz viele Briefe, auch ins Ausland.

Was ist mit „Unschuldig bis zum Beweis der Schuldigkeit“ passiert? Oh mein Gott, wenn ich an all die Dinge denke, die wir in den 60ern und 70ern in der Schule gelernt haben, als ich aufgewachsen bin. Dinge wie „Regierung von Volk, Volk, Volk“, „Unschuldig bis zum Beweis“ und „Redefreiheit, Pressefreiheit. Bla bla bla“…. und was für ein faires und gerechtes „Justizsystem“ wir haben. Ich habe alles einmal geglaubt.

Dagmar, ich möchte dir versichern, dass ich mein Bestes tun werde, um stark und gesund zu bleiben, in Gedanken, Körper und Seele. Briefe wie deine sind mir eine große Hilfe und ich danke dir sehr. Eines Tages werden wir alle zusammen feiern.

Viel Liebe

Monika.

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